Reise 2012 nach Patschkau und ins Riesengebirge
2011 konnten wir nicht alle mitnehmen, die mit uns nach Schlesien fahren wollten. Das ist unserem Vorstand eine Verpflichtung, das macht uns Mut, nochmals eine Reise mit dem Unternehmen
Scheithauer in die Heimat zu planen. 2008 besuchten wir zuletzt die Schneekoppe und die schönen Orte ringsherum. Auch für 2012 planen wir eine Fahrt nach Patschkau, besuchen vorher das
Riesengebirge und sein Umland. Von Patschkau aus starten wir zu einer Tagesfahrt nach Breslau.
Geplant ist die Reise in einer Zeit, in der sowohl in Niedersachsen (23.07.-31.08.12) als auch in Nordrhein-Westfalen
(09.07.-08.10.12) Sommerferien angesetzt sind.
Reise mit kurzen Aufenthalten u.a. in Görlitz, in Schweidnitz, in Kloster Grüssau, im Hirschberger Tal. Mit dem
Lift wollen wir auch auf die Schneekoppe (von der tschechischen Seite aus).
Reisezeit: Sonntag, 22. bis Sonntag, 29.07.2012
Der Reisepreis beträgt 489,- €, Einzelzimmerzuschlag 60,-€. Darin eingeschlossen:
- 3 Übernachtungen in Hirschberg im Hotel Mercure, 4 Übernach-
tungen in Patschkau im Hotel Kotwica.
- Tagesfahrt nach Breslau
- Stadtführung in Hirschberg, -Auffahrt Schneekoppe mit dem Lift,
- Eintritte in Agnetendorf (Gerhart-Hauptmann-Haus), Kirche Wang,
Schmiedeberg (Miniatur-Kirchen und -schlösser im Hirschberger Tal),
Universität in Breslau. Reiseleitung: Leo Schiller schillerdo@t-online.de
Tel. 0541/187841, Mobil 01715287841
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Ein Stück Heimat wieder finden
Patschkauer Heimatverein lädt ein / Schlesien von Neisse bis Breslau entdecken
Am 7. Mai 1945 wird Patschkau kampflos von sowjetischen Truppen eingenommen. Im Juli besetzen die Polen zunächst nur Wohnungen und Geschäfte der Deutschen, bis dann Mitte August die Vertreibung der deutschen Bevölkerung in den Westen Deutschlands beginnt. Millionen von Menschen verlieren ihre Heimat und machen sich auf den Weg in eine ungewisse Zukunft.
Eine besondere Verbindung besteht zwischen Einbeck und Patschkau. Der »Schlesische Heimatverein Patschkau & Umgebung« mit rund 270 Mitgliedern möchte die Kultur und Traditionen der alten Heimat erhalten und weitertragen. Und dabei unternimmt der Verein viel. Seit 1955 gibt der Verein die »Patschkauer Dohle« heraus, die als Mitteilungsblatt fungiert. Sie enthält Texte und Ausschnitte aus alten Patschkauer Zeitungen oder Erinnerungsberichte von Mitgliedern. Mit diesem Blatt, das in diesem Herbst mit der 203. Ausgabe erscheint, sind die Mitglieder immer über das Neueste informiert und erfahren zudem einiges über das jetzige Patschkau.
Zusätzlich organisiert der Verein jährlich einen Besuch mit dem Vorsitzenden Leo Schiller und einigen Mitgliedern in Patschkau. Eine Woche lang bekommen die Besucher die Möglichkeit, sich Schlesien genau anzuschauen. Dabei stehen beispielsweise Besichtigungen in Breslau, Johannesberg oder der Stadt Neisse auf dem Programm.
Der Schriftführer des Vereins, Hans-Heinrich Hoppe, der in Einbeck lebt, ist bei diesen Veranstaltungen immer gerne dabei. Auch dieses Jahr im Juli fuhr Hoppe mit seiner Frau und seinem Enkel nach Schlesien. Er hält es für wichtig, dass seine Enkel erfahren, wo ihre Großeltern herkommen, und er ist dabei besonders stolz, wenn der Nachwuchs Interesse zeigt. »Ich lege schon Wert darauf zu zeigen, was Schlesien für ein schönes Land ist«, sagt der Rentner.
Bei diesen Ausflügen erfahren die Besucher immer ein herzliches Willkommen und werden vom Bürgermeister und Pfarrer der Stadt begrüßt.
Es wird immer wieder deutlich, wie gut sich die Partnerstädte Patschkau und Einbeck verstehen und dass sie dies auch weiter beibehalten wollen. Alle zwei Jahre kommt es zudem zu einem Heimattreffen, bei dem viele Mitglieder in Einbeck zusammenkommen und über alte Zeiten plaudern. Ein solches Wiedersehen findet auch in diesem Jahr am Sonnabend und Sonntag, 3. und 4. September, ab 10 Uhr im Alten Rathaus statt. Dazu lädt der Verein alle Schlesier aus Einbeck und Umgebung ein, und er hofft auch auf jüngere Besucher, die sich für die schlesische Geschichte interessieren oder ihre eigenen Wurzeln ergründen wollen. Informationen über den Verein und dessen Veranstaltungen gibt es auf www.patschkau.de.
Quelle Einbecker Morgenpost
Patschkauer wünschen sich zentralen Ort fürs Archiv
Zwei-Jahres-Treffen in der Patenstadt Einbeck / In der zweiten Heimat angekommen, die erste nicht vergessen / Es werden weniger
Es werden immer weniger Teilnehmer, und viele, die gern dabei wären, schaffen es aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr. Dennoch hat das Heimattreffen der Patschkauer in Einbeck am Wochenende im Rahmen des Möglichen regen Zuspruch gefunden. Wunsch für die Zukunft ist es nicht nur, die Tradition fortzuführen, sondern auch eine Möglichkeit zu finden, das umfangreiche Archiv sicher aufzubewahren und die Zugänglichkeit zu sichern.
66 Jahre seien seit Ende des Zweiten Weltkriegs vergangen, genau 72 Jahre und zwei Tage seit Beginn des Krieges und 78,5 Jahre seit Beginn des Naziterrors, der Ursache für die Vertreibung sei: Die Patenschaft zu den Vertriebenen aus Patschkau habe in Einbeck eine lange Tradition, erinnerte Bürgermeister Ulrich Minkner in seinem Grußwort. Fast 20 Jahre bestehe zudem die Partnerschaft zur polnischen Gemeinde Paczkow. Der Umgang mit diesen beiden Verbindungen habe sich als problemlos erwiesen, die Veränderungen im Weltgeschehen seien anerkannt, der Kalte Krieg überwunden. Die Gemeinschaft, die sich in Einbeck alle zwei Jahre zum Treffen zusammenfinde, werde immer kleiner, stellte Minkner fest. Das habe zum einen gesundheitliche Gründe, andere trauten sich die Reise nicht mehr zu, viele seien verstorben. Ein Ende der Treffen deute sich somit an, und damit müsse man sich abfinden. Die Nachkommen, die häufig zwar interessiert seien, würden sicher nicht so engagiert einsteigen wie die Erlebnisgeneration. Das gelte auch für ihn selbst, so Minkner, und man müsse realistisch sehen, dass es vielen anderen auch so gehe. Es sei aber schön, dass sich die Vertriebenen so lange treffen konnten.
Die Würdigung, die Leo Schiller im Mai durch die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes erfahren habe, zeige, dass er umfangreiche, gute Arbeit geleistet habe. Er sei dabei kein reaktionärer Vertriebenenfunktionär, sondern, wie viele andere auch, in der zweiten Heimat angekommen, die die erste nie ersetzen könne. Unerträglich, so Minkner, seien dagegen die Äußerungen des Bundesvorsitzenden Rudi Pawelka, etwa beim jüngsten Schlesiertreffen in Hannover. Die Teilnehmer rief der Bürgermeister auf, sich im Museum die neue Ausstellung »Angekommen – aufgenommen« anzusehen, die unter anderem mit Beteiligung von Goetheschülern erstellt wurde. Für die Jugendlichen sei es ein Gewinn gewesen, sich damit zu beschäftigen – ein ideales Projekt, um Erinnerungen weiterzutragen.
Äußerungen wie die von Rudi Pawelka werde man im Heimatorgan, der »Patschkauer Dohle«, nicht finden, versicherte Leo Schiller. Er sei aber dennoch dafür, alle Seiten zum Zuge kommen so lassen. Wer die Interessen der Vertriebenen vertrete, sei nicht immer so lammfromm, wie manche das erwarteten. Und wer Grausamkeiten erlebt habe, könne das nicht vergessen. Dennoch sei man bereit, Brücken zu bauen und in Frieden mit den Nachbarn zu leben. Die Liebe zur Heimat habe nicht nachgelassen, sagte er mit Blick auf die geringere Teilnehmerzahl, wohl aber die Fähigkeit zu reisen. So mancher fürchte auch, keinen Bekannten mehr anzutreffen und beschränke sich darauf, vom Treffen in der »Dohle« zu lesen. Man müsse das nüchtern sehen und wolle nicht resignieren oder ins Jammern verfallen.
Auch wenn die Resonanz hier wie auch beim Schlesiertreffen in Hannover geringer werde, so sei es doch erfreulich, dass die diesjährige Patschkau-Fahrt so großen Zuspruch gefunden habe. Der Bus war voll, zumal man diesmal die Ferienzeit nutzte und somit auch Kinder und Enkelkinder sowie Lehrer mitreisen konnten.
In der Patenstadt Einbeck habe man weiterhin einen sehr guten Partner, der den Heimatverein in freundlicher Weise moralisch unterstütze, fördere und Gastgeber sei. Das zeige sich durch die Heimatstube im StadtMuseum ebenso wie durch die Bereitstellung des Rheinischen Hofes oder des Alten Rathauses sowie der Unterstützung der »Dohle«. Man wünsche sich nun, so Schiller, einen zugänglichen Raum für das Patschkauer Archiv im Museum, das sei ein zentrales Anliegen des Heimatvereins. Patschkau habe eine jahrhundertelange Geschichte, die man im schlesischen Rahmen sehen müsse. Es gebe viele Zeugnisse dazu, eine umfangreiche Bibliothek, Fotos, Filme und Karten. Die Universitätsbibliothek Breslau habe das Patschkauer Wochenblatt von 1836 bis 1945 digitalisiert und somit erhalten und zugänglich gemacht. Die Polen hätten bereits Interesse am Archiv angemeldet, sagte Schiller, ebenso gebe es Überlegungen, es in Friedland oder Görlitz zu lagern. Man wünsche sich jedoch einen Platz in Einbeck.
Zur »Dohle« versicherte Schiller, dass sie weiter erscheinen werde, solange dies von den Beziehern gewünscht werde. Über die Internetseite www.patschkau.de gebe es inzwischen viele internationale Kontakte.
Der Schmerz über den Verlust der Heimat bleibe, und nach wie vor spreche man vom Unrecht der Vertreibung. »Doch wir sehen die politischen Zusammenhänge, erkennen die Schuldigen der Vergangenheit und kämpfen darum, unseren Kindern eine friedliche Zukunft vorzubereiten, die auch eine Zusammenarbeit zwischen Polen und Deutschen voraussetzt«, hob er hervor.
Es sei dazu schon einiges gedacht und geplant worden, erläuterte Bürgermeister Minkner zum Thema Archiv: »Wir arbeiten daran, im kommenden Jahr eine vernünftige Regelung zu finden«, kündigte er an, denn Einbeck sei ohne Frage der beste Ort dafür.
Quelle:Einbecker Morgenpost
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Schlesischer Heimatverein
Patschkau und Umgebung e.V.

