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Die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik erhielt der Osnabrücker Leo Schiller (rechts) am Samstag von Einbecks Bürgermeister Ulrich Minkner. Foto: Jörg Sanders
Einsatz für die Aussöhnung
22. Mai 2011 16:16 Uhr
Osnabrücker Leo Schiller erhält in Einbeck das Bundesverdienstkreuz
Osnabrück. Für sein langjähriges Engagement für Heimatvertriebene und seinen Einsatz für freundschaftliche Beziehungen zwischen Deutschen und Polen hat der Osnabrücker Leo Schiller am Samstag in Einbeck die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten.
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Die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik erhielt der Osnabrücker Leo Schiller (rechts) am Samstag von Einbecks Bürgermeister Ulrich Minkner. Foto: Jörg Sanders |
Einbecks Bürgermeister Ulrich Minkner (SPD) übergab die Auszeichnung und nannte Schiller in seiner Laudatio einen „würdigen Empfänger“. Sein „Engagement ist beispielhaft, sein Einsatz vorbildlich“, betonte das Stadtoberhaupt.
Schiller, der als 14-Jähriger aus seiner Heimatstadt Patschkau (dem heutigen Paczków) vertrieben wurde, war sichtlich bewegt. „Ich bin sehr glücklich über diese Auszeichnung. Diese Anerkennung übertrage ich auf alle Patschkauer.“
Mit seiner Arbeit hat der 1931 geborene Leo Schiller maßgeblich dazu beigetragen, dass in Patschkau heute eine weitgehend versöhnte Atmosphäre zwischen Polen und Deutschen herrscht. Er sei zunächst lange Zeit „furchtbar traurig und zornig“ über seine Vertreibung 1946 gewesen, erinnert er sich. Doch heute habe er viele Freunde in seiner schlesischen Heimatstadt. „Wir müssen alle etwas tun, um den Frieden zu wahren“, ist der 79-Jährige überzeugt.
Jedes zweite Jahr organisiert Schiller das Bundestreffen der vertriebenen Patschkauer in Einbeck, der Partnerstadt des heutigen Paczków. Jährlich besucht er mit Mitgliedern des von ihm gegründeten „Heimatvereins Patschkau und Umgebung“ die polnische Kleinstadt. Mit Herausgabe der Mitgliederzeitschrift „Patschkauer Dohle“, die er in zwölf Länder verschickt, gab Schiller vielen Heimatvertriebenen ihre Identität zurück. „Die Vertriebenen waren arm, ohne Kontakte, und insbesondere ohne Heimat“, so Schiller.
Auch in Osnabrück, wo er seit 1957 lebt, hat sich Schiller vielfältig ehrenamtlich engagiert, beispielsweise als Pfarrgemeinderatsvorsitzender seiner Kirchengemeinde und als Leiter einer Pfadfindergruppe.
Bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1994 leitete er als Oberstudiendirektor die Berufsbildenden Schulen Bersenbrück. Leo Schiller ist seit 52 Jahren verheiratet und hat drei Kinder.
Schlesischer Heimatverein
Patschkau und Umgebung e.V.