Aktuelles

Nachrichten aus Paczkow/Patschkau

Unglücksfall in Paczków

Am Sonntag den 02. September 2018 fand in Patschkau ein überregionales Erntedankfest statt. Zahlreiche Besucher hielten sich in der Stadt auf, die auch den Wehrgang auf der Stadtmauer beim Neisser Tor besichtigen und besteigen wollten.

Hierbei kam zu einem Unglück, ein Teil des Überganges zum Wehrgang stürzte ein. Es gab eine Tote und mehrere Verletzte.

Ob die Übergangsplattform die Belastung durch die Anzahl der Personen nicht standhielt oder ein Materialschaden vorlag, ist nicht bekannt-

Der Bürgermeister schloss den Wehrgang und ordnete drei Tage Trauerbeflaggung an. Die nächste internationale Veranstaltung am zweiten September-Wochenende wurde abgesagt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Neugestaltung des Patschkauer Ringes - Marktplatz

Es ist soweit, endlich hat in Paczków/Patschkau die Neugestaltung des Ringes begonnen

Die seit langem geplante Restaurierung des Patschkauer Ringes (Marktplatz) ist jetzt in Angriff genommen worden. Durch Kofinanzierung im Rahmen des „Intereg V-A-Programms Republika Czech-Poland, für Entwicklung des natürlichen und kulturellen Potenzials für Beschäftigungsförderung“ starten die Baumaßnahmen unter dem Titel „Paczków und Javornik – zwei Städte, eine Geschichte“.

Begonnen haben die Arbeiten im November 2017 auf dem ‚unteren Ring‘ zwischen Garten-und Frankensteiner Straße mit Tiefbaumaßnahmen. Die Abwässerkanäle und sonstige Versorgungsleitungen müssen von Grund auf erneuert werden. Nach Abschluss der unter-irdischen Infrastruktur geht es an die Pflasterung nach historischer Vorgabe mit Granit-platten, Steinblöcke und Pflastersteine.
Anschließend sollen 45 Parkplätze (siehe grüne Flächen auf der Skizze) und eine Fahrradstation für Mietung und Reparatur geschaffen werden. Ferner sollen an der ul. Staszcia/Wallstraße und an der ul.Sikorski/Frankensteiner Straße noch 37 Stelllätze entstehen. Auf einem Teil des Platzes vor dem Rathausturm wird eine historische Fontäne mit Steinmantel entstehen. Auf diese Weise soll ein Raum vor dem Rathausturm geschaffen werden, der die Organisation städtischer Veranstaltungen ermöglicht.
Fotos: www.paczkow.pl, Henryk Romańczyk 

                         Die neuen Parkplätze sind grün markiert.

Auszeichnung für die Denkmalpflege in Paczków/Patschkau

Der Paczkower Bürgermeister Artur Rolka  erhielt das "Silberne Abzeichen für Denkmalpflege" aus den Händen des Denkmalkonservator der Woiwodschaft Oppeln. Die Auszeichnung fand in Brzeg/Brieg statt.

In seiner Dankesrede widmete der Bürgermeister diese Auszeichnung seinem ganzen Team und dankte den  Einwohner der Stadt für ihr Verständnis zu den Bau-Maßnahmen, die manchmal Schwierigkeiten bereiteten.

 

 

Fotos: www.paczkow.pl


 

Stadt Paczków ändert Straßennamen

Mit Ratsbeschluss von Mitte Juli 2017 wurde der Straßenname ul. Zawadzkiego geändert. Der  Straßenname „Zawadzkiego „ stand  für den „Holteiweg“ und für die Stichstraße „Eichendorff-Promenade“. Der „Holteiweg“ trägt jetzt den Namen „Jana Pawła II.(nach Papst Johannes Paul II.). Die Stichstraße „Eichendorff-Promenade“ bisher „ul. Zawadzkiego“ (von Haus-Nr. 25 bis 30, Siedlung auf dem Gartengelände des ehemaligen Juvenats) erhielt den Namen „Fryderyka Chopina“ (nach Frédéric Chopin, poln. Komponist u.Pianist).

 

Begründet wurde die Namensänderung, dass der Schirmherr, Aleksander Zawadzki (1899-1964), ein kommunistischer Aktivist war und in der stalinistischen Zeit in Polen für Stalinismus, Terrorismus und Menschenrechtsverletzungen die Verantwortung trug. Grundlage ist ein polnisches Gesetz zum Verbot der Verbreitung des Kommunismus oder eines anderen totalitären Systems. Namen von Personen die einem solchen System nahe stehen/standen dürfen nicht für öffentliche Zwecke verwenden werden.

Paczków – Umbau des Busbahnhofs

Am 30. Juni 2017 wurde im Kreismuseum in Nysa/Neisse das Abkommen über die Finanzierung im Rahmen des regionalen Programms der Wojewotschaft Opole/Oppeln für die Jahre 2014-2020 unterzeichnet. Es geht um den Einsatz von CO2-Strategien in der Subregion Süd, den Gemeinden Grodków/Grottkau und Paczków/Patschkau. Das Projekt erfolgt in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Grottkau, die Projektleiter ist.

Ziel des Projektes ist, die Lebensqualität der lokalen Gemeinschaften zu verbessern und zur Verringerung der Luftverschmutzung beizutragen, dies soll durch die Entwicklung von sauberen und wirksameren Formen des Öffentlichen Personennahverkehrs geschehen.

Im Herbst 2018 will die Stadt Paczków den Busbahnhof an der Wallstraße/S. Staszcia gegenüber der ehemaligen evangel. Kirche modernisieren. Der bisherige Busbahnhof ist in die Jahre gekommen und entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen.
Außerdem sollen am Busbahnhof und rund um die Stadtmauer Parkplätze eingerichtet werden, da nach einem Umbau des Marktplatzes (des Ringes) eine ganze Reihe Parkplätze in der Altstadt entfallen. Leider müßte wohl für die neuen Plätze in die Grünanlagen der Promenaden eingegriffen werden.
Das ganze Projekt soll nach bisherigen  Planungen ca. 2.86 Mio. z
ł. einschließlich 2,05 Mio. zł. Kofinanzierung aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), kosten.

Vor 80 Jahren - Das Neisse-Hochwasser von 1938 -

Das Patschkauer Wochenblatt Nr. 70 , 103. Jahrg. vom Sonntag, 04. September 1938, schreibt zu dem Neisse-Hochwasser folgendes:

Innerhalb von noch nicht 8 Tagen wurde unsere Stadt und ihre ganze  Umgebung im Fluß-
gebiet der Glatzer Neisse sowie des Kamitzbaches und aller Nebenarme von 2 Hochwasser-
katastrophen heimgesucht, wie wir sie seit Menschengedenken nicht erlebt haben. Wir berichteten bereits über das erste gewaltige Hochwasser in der Woche vom 22. (Mo) bis 28. (So) August und die in ihrem Gefolge aufgetretenen Schäden. Wenn wir am Anfang der da-
rauffolgenden Woche, nachdem die Hochwasserfluten ganz wesentlich zurückgegangen waren, die begründete Hoffnung hegten, daß es bei dieser einmaligen Katastrophe bleiben würde. So wurden wie leider aufs bitterste enttäuscht. Aufs neue öffneten sich die Schleusen des Himmels, unaufhörlich gingen  gewaltige Regengüsse nieder, die namentlich im Oberlauf der Glatzer Neisse, in der Grafschaft Glatz wolkenbruchartigen Charakter annahmen. Da überall das Erdreich noch metertief von Wasser vollgesogen war, ergossen sich die Regenmengen sofort von allen Seiten in die immer noch stark angeschwollenen Flüsse und Bäche und brachten dieselben in wenigen Stunden zu gewaltigem Ansteigen. Diesmal war es zuerst namentlich der sonst so harmlose Kamitzbach, der in kürzester Zeit

 

zu einem reißenden Stromme angeschwollen

 

war. Bereits am Mittwoch (31.08) traten ihre Wasser aus den Ufern und überfluteten im Laufe des frühen Abends im benachbarten Grenztal (Kamitz) die Dorfstraße. Inzwischen schwollen die Wassermassen immer gewaltiger an, die trüben Fluten wälzten sich mit schauerlicher Geschwindigkeit talabwärts, alles mit sich reißend, was in ihrem Laufe stand, Bäume und Sträucher, Lauben und Hütten, Ställe und Ackergerät. Immer weiter stiegen im Laufe des Donnerstag die Fluten und bald waren auch die Ufer im Stadtgebiet über-schwemmt. Die starke Strömung wütete hier geradezu fürchterlich. Was nicht ganz gut im Grunde verankert war, wurde ein Opfer der Fluten, die Baumstämme, Masten, Kleintierställe usw. stromabwärts trugen und durch die Gewalt ihres Aufpralles an die Ufer dieselben weiter gefährdeten und bald gewaltige Lücken rissen. Die Pfeiler der Charlottentaler Brücke hinter dem Zwölffamilienhaus wurden stark unterspült, sodaß die Brücke gesperrt werden mußte. Da die dahinterliegenden Baracken stark gefährdet waren, mußten dieselben geräumt werden. Ihre Bewohner wurden in Stadtquartieren untergebracht.  Der Gostitz-bach (die Gos), der an der Firma A. Schneider (Zeichen- und Bürogeräte) entlang führt, stieg auch bald meterhoch und überflutete die Straße (Äußere Glatzer Straße), sodaß dieselbe unpassierbar wurde. Hier drang das Wasser auch in das Fabrikgrundstück, wo auch das Kesselhaus unter Wasser stand, sodaß der Betrieb stillgelegt werden mußte. Die benach-barte Autowerkstatt Michalczyk hat ebenfalls beträchtlichen Schaden erlitten, und zwar dadurch, daß die Wassermassen mitten durch die Werkräume gingen, Ölfässer entleerten und Personenwagen beschädigten. (Anm.: Die „Gos“ floss mitten durch das Firmengelände und war hier mit einer Betonplatte überbaut.)
Volksgenossen, die unbedingt die Glatzer Vorstadt passieren mußten, wurden angeseilt durch die Strömung gebracht. Das Gebiet unterhalb der Charlottentaler Brücke war vollkommen überschwemmt. Hier rissen die Fluten

 

                                                    große Lücken in die Ufer

 

die Gabriel-Scheune wurde unterspült und stürzte mit großen in die Fluten, die das viele Gebälk stromabwärts führten und das an der Kieslichbrücke (Bergmannstraße) eine gefährliche Staugefahr bildete. Mit äußerster, bewunderungswürdiger Ausdauer und letzter Kraftanstrengung wurde von den hier eingesetzten Feuerwehrmannschaften und Zivil-personen durch herausholen des Holzwerks die Gefahr beseitigt, die auch der Brücke selbst hätte unabsehbaren Schaden zufügen können. Die weiter oberhalb gelegenen, sogenannte „Schwarze Brücke“ (Verbindung vom Dohlenweg zur Reichensteiner Straße) fiel den Fluten zum Opfer. Ober – und unterhalb der Kieslichbrücke

 

                              wüteten die Wassermassen geradezu furchtbar.

 

Das Hinterhaus des Lederhändler Römel’schen Grundstückes (Wallstraße 20), das dicht am Ufer stand, wurde in kurzer Zeit derart unterspült, daß es bald klaffende Risse bekam. Unter gewaltigem Getöse stürzte das Mauerwerk in die Fluten. Noch konnte eine Bewohnerin dieses Grundstückes unter größter Gefahr von Mannschaften der Feuerwehr, die bis zum Leibe im Wasser stehen mußten, im letzten Augenblick noch geborgen werden. Der Hausrat und sonstige Inhalt des Schuppens wurde bald fortgeschwemmt.

 

Einen weiteren gewaltigen Schaden verursachten die fluten am linken Ufer weiter oberhalb der Brücke, entlang dem früher Kieslich’schen, jetzt Müller‘schen Fabrikgrundstück .Hier riß der Strom die massive Ufermauer in einer Länge von etwa 50 Meter heraus. Trostlos war das Bild der Verheerung auch am rechten Ufer vor der Einmündung in den Mühlgraben. All die Gärten der Grundstücke an der Wallstraße wurden vollkommen überschwemmt. Dasselbe trotlose Bild weiter hinunter entlang dem Mühlgraben, dem Görlichgraben, bis in den dahinfließenden, gewaltigen Strom der Neisse, deren Fluten wieder bis dicht an die Fahrbäume heranreichten. Erschütternd zu sehen, was hier die Fluten alles mitführten, viel Hab und Gut der oberhalb ihres Laufes wohnenden Anlieger. Die Bahndämme in Richtung Kamenz und Ottmachau waren durch Unterspülung eine Zeit lang stark gefährdet, sodaß die Züge zurückbleiben mußten. Alles in allem, ein

 

grauenhaftes Bild der Verwüstung

 

und des Wütens der entfesselten Naturgewalten. Als Donnerstag, am 01. September, abends gegen 7 Uhr die Meldung die Meldung durchgegeben wurde, daß die Wasser des Kamitzbaches im Fallen begriffen seien, atmete alles auf. Leider wurde die Hoffnung auf abflauen der Wassergefahr nachts gegen 10 Uhr wieder zunichte gemacht durch die Meldung, daß in Habelschwerdt wieder gewaltige Regengüsse niedergegangen seien und die größte Gefahr für den Lauf der Neisse bestehe, da wieder eine starke Flutwelle zu erwarten sei. Neisser Pioniere trafen ein, welche die vom Wasser umspülten Grundstücke in der Mühlstraße, am Kamitzbach entlang und an der Neisse bewachten und wo Gefahr im Verzuge war, tatkräftig eingriffen, um Menschenleben sowie Hab und Gut zu schützen.

 

Da die Stromkabelleitung sowie Hauptzuleitungsrohr des Gaswerkes entlang der Kamitz-bachbrücke durch einen entwurzelten Baumstamm, der mit aller Wucht durch den Brücken-bogen sauste, zerrissen bzw. zerbrochen wurden, lag die Stadt im tiefsten Dunkel. So wurde der Dienst für die Bereitschaften und Hilfsmannschaften in der tiefen Dunkelheit, die nur durch Fackellicht und Scheinwerfer durchbrochen wurde, doppelt schwierig. Immer noch mußten gefährdete Hausbewohner geborgen und in Notquartiere in der Stadt untergebracht werden, da das Wasser der Neisse in den frühen Morgenstunden des Freitag weiterhin anstieg. Wehrdorf bildete eine Insel im gelben Wassermeer, das bis hinüber zum Bahndamm reichte und eine unübersehbare Fläche bis zu dem Übergang in den Ottmachauer Stausee. Gegen Mittag erst hatte die Hochwasserwelle ihren Höhepunkt erreicht. Inzwischen war der jenseits der Neissebrücke gelegene, letzte Brückenpfeiler derart unterspült worden, daß der Brückenbogen in die Fluten stürzte, nur ein Fußsteig blieb, über den man unter Lebensgefahr über die Brücke  gelangen konnte. Weiter unterhalb der Brücke rasten die Fluten gegen Getreide gefüllte Scheuer des zum Dominim Niederpompsdorf gehörenden Vorwerks, von der ein gewaltiges Stück Mauer herausbrach.

 

Am Freitag in den späten Nachmittagsstunden brach infolge Unterspülung ein großer Teil des Tremer’schen Hauses am Kamitzbach ein (Reichensteiner Straße 9). Der Besitzer mußte ins Krankenhaus überführt werden. Die Ufer des Kamitzbaches im Stadtgebiet Patschkau sind bis auf wenige Stellen vollkommen zerrissen, hinter der A. Schneider’schen Fabrik hat sich der reißende Bach ein neues Bett geschaffen. Die Verheerungen entlang des Kamitzbaches sind so gewaltig und gründlich, daß viele Jahre dazu gehören, hier wieder geordnete und neue befestigte Ufer zu schaffen. Der Schaden hier allein geht in die Hunderttausende! Die Neisse erreichte ihren Höchststand am Freitag Vormittag (02.09.) mit etwa 5,20 Meter. Der Pegel, der nur bis 5 Meter anzeigt, war längere Zeit überflutet.

 

                               Der entstandene Schaden ist noch nicht abzuschätzen.

In einer am 05. September bei der Kreisleitung stattgefundenen Sitzung mit dem Landrat, dem Oberbürgermeister, dem Kreisbauernführer, dem Kreisamtsleiter der NSB, dem Kreis-gruppenleiter für Einzelhandel, dem Kreishandwerksmeister usw. wurden die Maßnahmen zur Feststellung der Hochwasserschäden besprochen, damit alsbald und tatkräftig geholfen werden kann.
Es wurden zur Feststellung Hochwasserschäden drei Arten unterschieden:
1. Schäden, die sofort behoben werden müssen, in erster Linie solche an beweglichen Privat-eigentum. (z.B. Kleidung und Hausrat, im Haus befindliche Lebensmittel, Heizmaterial usw.),
2. Alle übrigen Schäden an beweglichem und unbeweglichem Privateigentum (z.B. an Häusern, Wohnungen, Grund und Boden, Feldfrüchten, Vieh usw.),
3. Schäden der öffentlichen Hand.
Ferner hat der Landrat die Hochwassergemeinden aus Zweckmäßigkeitsgründen in drei Klassen eingeteilt.
Hochwassergemeinden 1. Ordnung: Patschkau, Glumpenau, Neusorge, Konradsdorf, Kaundorf und Klein-Briesen.
Hochwassergemeinden 2. Ordnung: Grenztal/Kamitz, Gostal/Gostitz, Schleibitz, Kupferhammer, Groß-Neundorf, Anteil Rochus, Rothaus, Grünfließ und Würben.
Hochwassergemeinden 3. Ordnung: Mösen, Heidau, Hermannstein, Giersdorf, Bischofswalde und Brünschwitz.
Für die schnellste und sorgfältigste Erledigung sind die Ortsgruppenleiter oder deren Vertreter im Amt verantwortlich. Bei der Schadensaufstellung ist darauf zu achten, daß nur der tatsächliche Schaden und nicht die Auswirkungen des Schadens auf die Gesundheit, Existenz usw. festgestellt werden.

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 Vor 150 Jahren wurde die Schlesische Feuerwehr- Geräte- und Maschinenfabrik Gebr. Kieslich in Patschkau/Schlesien gegründet

 

Der Schmiedemeister Josef Kieslich eröffnete im Jahr 1868 in Patschkau eine Werkstatt zur Instandsetzung von landwirtschaftlichen Maschinen, schließlich baute er die Maschinen selbst und erweiterte durch die Fertigung von Luxus- und Gebrauchswagen aller Art sein Geschäftsfeld.
Die Geschäftsentwicklung verlief sehr günstig, und so wurde Anfang der 1870er Jahre durch den Einritt des Bruders des Inhabers, Johann Kieslich, der Betrieb in eine offene Handelsgesellschaft umgewandelt.
Ab 1891 wurde die Produktion von Feuerwehrgeräten aufgenommen, die sich allerdings nur auf die handwerkliche Einzelfertigung von Feuerwehrspritzen (Handdruckspritzen) und den dazu gehörenden Wagen erstreckte. Einen lohnenden Absatz für diese Erzeugnisse fand die Firma in der aufblühenden Industrie Oberschlesiens, an deren Entwicklung sie infolgedessen regen Anteil nahm. Im Jahr 1900 hatte der Betrieb etwa 80 Mitarbeiter.
1902 wurde der Betrieb vergrößert, sodass jetzt auch der Serienbau in den arbeitsteiligen Werkstätten aufgenommen werden konnte. In diesem Jahr wurde auch der Bau mechanischer Rettungsleitern aufgenommen, der sich so gut entwickelte, dass bereits im Jahr 1904 die Vergrößerung dieser Abteilung erforderlich wurde. Konnte man die mechanischen Leitern erst nur ziehen oder schieben, so wurde bald eine Zugeinrichtung für die Pferdebespannung eingerichtet.
Das fehlende Knowhow erwarben die Gebr. Kieslich durch die Zusammenarbeit mit anderen Fabrikanten, z.B. E.C. Flader und dem böhmischen Unternehmer Czermack und nahmen zum Teil deren Produkte auch in ihr Verkaufssortiment auf. 1904 warb die die Firma Gebr. Kieslich nicht mehr nur für Handdruck-spritzen  sondern drüber hinaus auch für Dampf- und Motorspritzen, mechanische Leitern und Drehleitern sowie Mannschafts-, Geräte- und
Wasserwagen und vieles mehr.
1903 zog sich Johann Kieslich aus dem Firmengeschäft zurück, sodass die Firma wieder in den Alleinbesitz von Josef Kieslich (†1927) überging. Der Betrieb wuchs nun rasant und etwa ab 1908 nannte sich die Firma Schlesische Feuerwehrgeräte- und Maschinenfabrik Gebr. Kieslich, Patschkau (Schlesien). Die Fabrikate erfreuten sich immer größerer Beliebtheit, sodass der Absatz schon lange nicht mehr auf Schlesien beschränkt war, sondern sich auch über Deutschlands Grenzen hinaus erstreckte.
1911 auf  der Ostdeutschen Ausstellung für Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft im „Oberschlesischen Turm“ in Posen gab es einen Gesamtüberblick über die Fabrikation, der gleichzeitig einen interessanten Einblick in das ganze Wesen des modernen Feuerlöschgerätebaues bot. Inzwischen hatte sich die Firma auch auf dem Bau von Feuerwehr-Automobilen zugewendet und damit bereits gute Erfolge erzielt.
Mit dem 1. Januar 1911 hatte sich der Gründer der Firma, Josef Kieslich († 1927), nach mehr als 40 jähriger, rastloser Tätigkeit zur Ruhe gesetzt und das Unternehmen an seinem Sohn, Dipl.-Ing. Karl Kieslich († 1940), übergeben, der es unter dem gewohnten Firmennamen weiterführte. Das Fabrikarsenal an der Bergmannstraße umfasste inzwischen rund 40.000 m² und bestand aus einem Komplex von 15 Haupt- und Nebengebäuden. Eine 400 PS leistende Dampfmaschine trieb Werkzeugmaschinen aller Art. Sogar ein Sägewerk und Holzlager waren eingerichtet worden, um jederzeit die Versorgung mit qualitativ hochwertigem Holz sicherzustellen. Die Arbeiter- und Angestelltenzahl war auf ca. 300 angewachsen und in Berlin S.42, Brandenburgstraße 45 (am Moritzplatz) wurde eine Zweigstelle errichtet.
Auf der Feuerwehr-Ausstellung in  Leipzig (Halle III) vom 24. bis 29. Juli 1913 warb die Firma Gebr. Kieslich mit einem vierseitigen Katalog  über  Bedarfs-artikel für das Feuerlösch- und Rettungswesen, einschließlich der persönlichen Ausrüstung des Feuerwehrpersonals, Beleuchtungs- und Sanitätsartikel (zum Teil auch Fremdprodukte).
War die Feuerwehrgerätefabrik Gebr. Kieslich vor dem 1. Weltkrieg sehr gut im Geschäft gewesen, so setzte sich diese positive Entwicklung nach Kriegsende fort. Für die Feuerwehr in Düsseldorf z. B. lieferte Kieslich 1922 eine Motorspritze auf ein Fahrgestell der Daimler Motoren AG und 1927 den Kastenaufbau für Feuerwehrgeräte für ein Daimler-Benz Fahrzeug. Auch die schwierige Zeit in 1922/23 konnte dank lebhafter Exporttätigkeit überwunden werden bis die weltweite Wirtschaftskrise ab 1929 jegliche Nachfrage abwürgte
und schließlich 1930 zum Zusammenbruch der Firma führte. Nur noch ein Ausrüstungsgeschäft für Feuerwehrgeräte und Utensilien unter der Firma „Dipl,-Ing. Karl Kieslich, Patschkau“ blieb über. Karl Kieslich verkaufte nun Motorspritzen von E.C. Flader in Jönstadt/Sachsen . Die Feuerwehrleiterproduktion und einen Teil des Personals über nahm sein ehemaliger Betriebsleiter, Julius Hauschild, in einer eigen kleinen Fabrik in der Bergmannstraße 3. Das Kieslich-Firmengelände wurde erst Arbeitsdienstlager, dann Getreidelager und 1938 von der Kerzenfabrik Müller übernommen (siehe Neisser Heimatblatt Ausgabe April 2017). Einige Exemplare der Kieslich-Feuerwehrgeräte sind zum Teil bei Feuerwehren oder historischen Feuerwehrvereinen noch als Museumsstücke erhalten.

Quellen: „Blütezeiten und Absturz“: Ein Bericht von Gerd Schrammen,
                 Deutsches Feuerwehrmuseum Fulda; siehe Patschkauer Dohle 202/2011
                „Der Oberschlesische Turm“    Festzeitschrift für Ausstellungsbesucher 1911 –
                   
www.digitalis uni-koeln.de/Turm/Turm