Aktuelles

                                                     Nachrichten aus Paczkow/Patschkau

Stadt Paczków hat große Pläne

Die Stadt Paczków plant die Neugestaltung des Marktplatzes (Ring). Es sollen mehr Grünflächen entstehen, dazu müssen die Parkplätze drastisch eingeschränkt werden. Von den mehr als 100 Standplätzen sollen nur 45 übrigbleiben. Auch soll der Autoverkehr auf dem Ring reduziert werden. Anstelle des Kreisverkehrs soll nur noch in zwei Richtungen gefahren werden: Von der Glatzer Straße/Narutowicza - Ring/Rynek - Breslauer Straße/Wroslawska  und von Münsterberger Straße/E.Plater – Ring/Rynek – Kollataja. Nach dieser Planung können die kurzen Stirnseiten des Ringes nicht mehr befahren werden.
Bei der Umgestaltung des Ringes muß auch die technische Infrastruktur im Untergrund (Sanitär, Abwasser, Strom usw.) modernisiert werden.
Nach den Vorstellungen des ehemaligen Kurators des Gasmuseums, Adam King, soll eine „Gas-Route“ (Gaslaternen) vom Ring über die Frankensteiner Straße/Sikorskiego – Bergmannstraße/ul. Pocztowa bis zum Gasmuseum führen.
Ob und wann diese Pläne umgesetzt werden können, ist eine Frage der Finanzierung.

Es ist soweit, endlich hat in Paczków/Patschkau die Neugestaltung des Ringes begonnen

Die seit langem geplante Restaurierung des Patschkauer Ringes (Marktplatz) ist jetzt in Angriff genommen worden. Durch Kofinanzierung im Rahmen des „Intereg V-A-Programms Republika Czech-Poland, für Entwicklung des natürlichen und kulturellen Potenzials für Beschäftigungsförderung“ starten die Baumaßnahmen unter dem Titel „Paczków und Javornik – zwei Städte, eine Geschichte“.

Begonnen haben die Arbeiten im November 2017 auf dem ‚unteren Ring‘ zwischen Garten-und Frankensteiner Straße mit Tiefbaumaßnahmen. Die Abwässerkanäle und sonstige Versorgungsleitungen müssen von Grund auf erneuert werden. Nach Abschluss der unter-irdischen Infrastruktur geht es an die Pflasterung nach historischer Vorgabe mit Granit-platten, Steinblöcke und Pflastersteine.
Anschließend sollen 45 Parkplätze (siehe grüne Flächen auf der Skizze) und eine Fahrradstation für Mietung und Reparatur geschaffen werden. Ferner sollen an der ul. Staszcia/Wallstraße und an der ul.Sikorski/Frankensteiner Straße noch 37 Stelllätze entstehen. Auf einem Teil des Platzes vor dem Rathausturm wird eine historische Fontäne mit Steinmantel entstehen. Auf diese Weise soll ein Raum vor dem Rathausturm geschaffen werden, der die Organisation städtischer Veranstaltungen ermöglicht.
Fotos: www.paczkow.pl (3), Henryk Romańczyk (3)

                                                                                                                                            Die neuen Parkplätze sind grün markiert.

Entdeckungen beim Umbau des Ringes -Alter Brunnen freigelegt

Ein sehr interessanten Fund wurde während der Bauarbeiten am Paczkower Rynek (Ring/Markt) gemacht.

Bei der Rekonstruktion der alten Pflasterung stießen die Arbeiter auf einen alten Brunnen, der vor mehreren hundert Jahren entstanden ist und mit einem Wasserspeier (Rohrbütte genannt, s. rechtes Bild oben) versehen war, woraus die Bewohner Patschkau's ihr Wasser holten.

Der Brunnen wurde aus Bruchsteinen gebaut, befindet sich gegenüber vom Eingang zum Rathausturm und stammt etwa aus dem vierzehnten Jahrhundert.

Nach den Vereinbarungen mit dem Provinzial Konservator für Denkmäler, wird der Brunnen gesichert, mit

indirekter Beleuchtung und  mit einer Glasplatte zur Abdeckung versehen. Die Kosten für die Konservierungs-arbeiten wurden auf etwa 54 Tsd. Złtych.

Auszeichnung für die Denkmalpflege in Paczków/Patschkau

Der Paczkower Bürgermeister Artur Rolka  erhielt das "Silberne Abzeichen für Denkmalpflege" aus den Händen des Denkmalkonservator der Woiwodschaft Oppeln. Die Auszeichnung fand in Brzeg/Brieg statt.

In seiner Dankesrede widmete der Bürgermeister diese Auszeichnung seinem ganzen Team und dankte den  Einwohner der Stadt für ihr Verständnis zu den Bau-Maßnahmen, die manchmal Schwierigkeiten bereiteten.

 

 

Fotos: www.paczkow.pl


Moritz Brosig  Festival 2018 im Patschkauerland

Die Veranstaltungsorte sind:

 

03.Mai 2018 Eröffnung des Festivals in der Kapelle in Fuchswinkel 

 

10. Juni 2018 in der Kirche St. Johannis in Patschkau

 

08. Juli 2018 in der Kirche St. Georg in Kamitz/Grental

 

26. August 1028 in der Kirche St. Maria Magdalena in Heinersdorf

 

23. September 2018 im Patschkauer Kulturzentrum 

(früher "Deutsches Haus" in der Neisser Straße)

 

Stadt Paczków ändert Straßennamen

Mit Ratsbeschluss von Mitte Juli 2017 wurde der Straßenname ul. Zawadzkiego geändert. Der  Straßenname „Zawadzkiego „ stand  für den „Holteiweg“ und für die Stichstraße „Eichendorff-Promenade“. Der „Holteiweg“ trägt jetzt den Namen „Jana Pawła II.(nach Papst Johannes Paul II.). Die Stichstraße „Eichendorff-Promenade“ bisher „ul. Zawadzkiego“ (von Haus-Nr. 25 bis 30, Siedlung auf dem Gartengelände des ehemaligen Juvenats) erhielt den Namen „Fryderyka Chopina“ (nach Frédéric Chopin, poln. Komponist u.Pianist).

 

Begründet wurde die Namensänderung, dass der Schirmherr, Aleksander Zawadzki (1899-1964), ein kommunistischer Aktivist war und in der stalinistischen Zeit in Polen für Stalinismus, Terrorismus und Menschenrechtsverletzungen die Verantwortung trug. Grundlage ist ein polnisches Gesetz zum Verbot der Verbreitung des Kommunismus oder eines anderen totalitären Systems. Namen von Personen die einem solchen System nahe stehen/standen dürfen nicht für öffentliche Zwecke verwenden werden.

Zugverkehr mit Patschkau

Die Polnische Eisenbahn lässt für einen begrenzten Zeitraum wieder Personenzugverkehr zwischen Neisse und Kamenz zu.

Folgende Haltestellen sind vorgesehen:

Nysa/Neisse - Goświnowice/Friedenthal-Giesmanndorf - Wójcice/Woitz [Eichenau] - Otmuchów/Ottmachau - Otmuchów-Jezioro/Sarlowitz[Strandorf] -

Paczków/Patschkau - Doboszowice/Hertwigswalde - Kamieniec Ząbk. - Bardo/Wartha - Kłodzko Gł./ Glatz Hbf.

 

Verkehrstage siehe auf der Fahrplantabelle.

Paczków – Umbau des Busbahnhofs

Am 30. Juni 2017 wurde im Kreismuseum in Nysa/Neisse das Abkommen über die Finanzierung im Rahmen des regionalen Programms der Wojewotschaft Opole/Oppeln für die Jahre 2014-2020 unterzeichnet. Es geht um den Einsatz von CO2-Strategien in der Subregion Süd, den Gemeinden Grodków/Grottkau und Paczków/Patschkau. Das Projekt erfolgt in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Grottkau, die Projektleiter ist.

Ziel des Projektes ist, die Lebensqualität der lokalen Gemeinschaften zu verbessern und zur Verringerung der Luftverschmutzung beizutragen, dies soll durch die Entwicklung von sauberen und wirksameren Formen des Öffentlichen Personennahverkehrs geschehen.

Im Herbst 2018 will die Stadt Paczków den Busbahnhof an der Wallstraße/S. Staszcia gegenüber der ehemaligen evangel. Kirche modernisieren. Der bisherige Busbahnhof ist in die Jahre gekommen und entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen.
Außerdem sollen am Busbahnhof und rund um die Stadtmauer Parkplätze eingerichtet werden, da nach einem Umbau des Marktplatzes (des Ringes) eine ganze Reihe Parkplätze in der Altstadt entfallen. Leider müßte wohl für die neuen Plätze in die Grünanlagen der Promenaden eingegriffen werden.
Das ganze Projekt soll nach bisherigen  Planungen ca. 2.86 Mio. z
ł. einschließlich 2,05 Mio. zł. Kofinanzierung aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), kosten.

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         Vor 150 Jahren wurde die Schlesische Feuerwehr- Geräte- und Maschinenfabrik

Gebr. Kieslich in Patschkau/Schlesien gegründet

 

Der Schmiedemeister Josef Kieslich eröffnete im Jahr 1868 in Patschkau eine Werkstatt zur Instandsetzung von landwirtschaftlichen Maschinen, schließlich baute er die Maschinen selbst und erweiterte durch die Fertigung von Luxus- und Gebrauchswagen aller Art sein Geschäftsfeld.
Die Geschäftsentwicklung verlief sehr günstig, und so wurde Anfang der 1870er Jahre durch den Einritt des Bruders des Inhabers, Johann Kieslich, der Betrieb in eine offene Handelsgesellschaft umgewandelt.
Ab 1891 wurde die Produktion von Feuerwehrgeräten aufgenommen, die sich allerdings nur auf die handwerkliche Einzelfertigung von Feuerwehrspritzen (Handdruckspritzen) und den dazu gehörenden Wagen erstreckte. Einen lohnenden Absatz für diese Erzeugnisse fand die Firma in der aufblühenden Industrie Oberschlesiens, an deren Entwicklung sie infolgedessen regen Anteil nahm. Im Jahr 1900 hatte der Betrieb etwa 80 Mitarbeiter.
1902 wurde der Betrieb vergrößert, sodass jetzt auch der Serienbau in den arbeitsteiligen Werkstätten aufgenommen werden konnte. In diesem Jahr wurde auch der Bau mechanischer Rettungsleitern aufgenommen, der sich so gut entwickelte, dass bereits im Jahr 1904 die Vergrößerung dieser Abteilung erforderlich wurde. Konnte man die mechanischen Leitern erst nur ziehen oder schieben, so wurde bald eine Zugeinrichtung für die Pferdebespannung eingerichtet.
Das fehlende Knowhow erwarben die Gebr. Kieslich durch die Zusammenarbeit mit anderen Fabrikanten, z.B. E.C. Flader und dem böhmischen Unternehmer Czermack und nahmen zum Teil deren Produkte auch in ihr Verkaufssortiment auf. 1904 warb die die Firma Gebr. Kieslich nicht mehr nur für Handdruck-spritzen  sondern drüber hinaus auch für Dampf- und Motorspritzen, mechanische Leitern und Drehleitern sowie Mannschafts-, Geräte- und
Wasserwagen und vieles mehr.
1903 zog sich Johann Kieslich aus dem Firmengeschäft zurück, sodass die Firma wieder in den Alleinbesitz von Josef Kieslich (†1927) überging. Der Betrieb wuchs nun rasant und etwa ab 1908 nannte sich die Firma Schlesische Feuerwehrgeräte- und Maschinenfabrik Gebr. Kieslich, Patschkau (Schlesien). Die Fabrikate erfreuten sich immer größerer Beliebtheit, sodass der Absatz schon lange nicht mehr auf Schlesien beschränkt war, sondern sich auch über Deutschlands Grenzen hinaus erstreckte.
1911 auf  der Ostdeutschen Ausstellung für Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft im „Oberschlesischen Turm“ in Posen gab es einen Gesamtüberblick über die Fabrikation, der gleichzeitig einen interessanten Einblick in das ganze Wesen des modernen Feuerlöschgerätebaues bot. Inzwischen hatte sich die Firma auch auf dem Bau von Feuerwehr-Automobilen zugewendet und damit bereits gute Erfolge erzielt.
Mit dem 1. Januar 1911 hatte sich der Gründer der Firma, Josef Kieslich († 1927), nach mehr als 40 jähriger, rastloser Tätigkeit zur Ruhe gesetzt und das Unternehmen an seinem Sohn, Dipl.-Ing. Karl Kieslich († 1940), übergeben, der es unter dem gewohnten Firmennamen weiterführte. Das Fabrikarsenal an der Bergmannstraße umfasste inzwischen rund 40.000 m² und bestand aus einem Komplex von 15 Haupt- und Nebengebäuden. Eine 400 PS leistende Dampfmaschine trieb Werkzeugmaschinen aller Art. Sogar ein Sägewerk und Holzlager waren eingerichtet worden, um jederzeit die Versorgung mit qualitativ hochwertigem Holz sicherzustellen. Die Arbeiter- und Angestelltenzahl war auf ca. 300 angewachsen und in Berlin S.42, Brandenburgstraße 45 (am Moritzplatz) wurde eine Zweigstelle errichtet.
Auf der Feuerwehr-Ausstellung in  Leipzig (Halle III) vom 24. bis 29. Juli 1913 warb die Firma Gebr. Kieslich mit einem vierseitigen Katalog  über  Bedarfs-artikel für das Feuerlösch- und Rettungswesen, einschließlich der persönlichen Ausrüstung des Feuerwehrpersonals, Beleuchtungs- und Sanitätsartikel (zum Teil auch Fremdprodukte).
War die Feuerwehrgerätefabrik Gebr. Kieslich vor dem 1. Weltkrieg sehr gut im Geschäft gewesen, so setzte sich diese positive Entwicklung nach Kriegsende fort. Für die Feuerwehr in Düsseldorf z. B. lieferte Kieslich 1922 eine Motorspritze auf ein Fahrgestell der Daimler Motoren AG und 1927 den Kastenaufbau für Feuerwehrgeräte für ein Daimler-Benz Fahrzeug. Auch die schwierige Zeit in 1922/23 konnte dank lebhafter Exporttätigkeit überwunden werden bis die weltweite Wirtschaftskrise ab 1929 jegliche Nachfrage abwürgte
und schließlich 1930 zum Zusammenbruch der Firma führte. Nur noch ein Ausrüstungsgeschäft für Feuerwehrgeräte und Utensilien unter der Firma „Dipl,-Ing. Karl Kieslich, Patschkau“ blieb über. Karl Kieslich verkaufte nun Motorspritzen von E.C. Flader in Jönstadt/Sachsen . Die Feuerwehrleiterproduktion und einen Teil des Personals über nahm sein ehemaliger Betriebsleiter, Julius Hauschild, in einer eigen kleinen Fabrik in der Bergmannstraße 3. Das Kieslich-Firmengelände wurde erst Arbeitsdienstlager, dann Getreidelager und 1938 von der Kerzenfabrik Müller übernommen (siehe Neisser Heimatblatt Ausgabe April 2017). Einige Exemplare der Kieslich-Feuerwehrgeräte sind zum Teil bei Feuerwehren oder historischen Feuerwehrvereinen noch als Museumsstücke erhalten.

Quellen: „Blütezeiten und Absturz“: Ein Bericht von Gerd Schrammen,
                 Deutsches Feuerwehrmuseum Fulda; siehe Patschkauer Dohle 202/2011
                „Der Oberschlesische Turm“    Festzeitschrift für Ausstellungsbesucher 1911 –
                   
www.digitalis uni-koeln.de/Turm/Turm

Den untenstehenden Aufruf von oberschlesischen Feuerwehrleuten richtet sich an Sammler und Besitzer von Feuerwehrgeräten und Dokumenten der Firma Gebr. Kieslich.

Wer hier helfen kann wende sich bitte an Herrn Rudolf Hyla, Szemrowice, eMail: hiler14@wp.pl.

 

Anmerkung: Szemrowice, früher Schemrowitz/Raunen Kreis Guttentag