Heinersdorf/Dziewiętlice

Der Ort , 228 m über NN, liegt an der Grenze zur Tschechien, 8 km südöstlich von Patschkau und 23 km südwestlich von Neisse.

Das Dorf ist Bahnstation an der Strecke Ottmachau - Barzdorf (Tschechien). Der Dorfbach, das sogenannte Grundwasser, kommt aus dem

Reichensteinergebirge und führt oft Hochwasser.

Heinersdorf ist um 1250 auf dem Gebiet des alten Grenzwaldes ("Preschka") gegründet worden. Auf eine Besiedlung in vorgeschichtlicher Zeit deutet der Fund einer facettierten Steinaxt hin, wie man sie von Funden in Mitteldeutschland kennt. Nach dem Lib. fund. besaß das

Dorf ("Henrici Villa") um 1300 33 große Huben und 3 Ruten, 1 Kirche, 1 Schenke und und 1 Mühle mit 2 Rädern.

1305 wird erstmals die kath. Kirche St. Magdalena erwähnt, sicherlich eine Holzkirche, die nach den Hussitenkriegen im 15. Jahrhundert

durch einen Massivbau ersetzt wurde. Bis 1742 war Heinersdorf kirchlich eine Filiale des Nachbarortes Barzdorf in Österreich-Schlesien,

nach 1760 gehörte der Ort kirchlich zu Schwammelwitz. 1782 selbständige Lokalie und ab 1887 Pfarrei. 1497 wurde eine Glocke (60 kg) den vier Evangelisten geweiht, eine Glocke von 1553 (410 Kg) wurde 1895 neugegossen, und 1930 kam noch eine Glocke (100) dazu.

Pfarrer in Heinersdorf waren: 1888 Hugo Paul, 1899 Heinrich Schüler, 1905 Joseph Thiel, 1907-1944 Alois Diete und 1944-1945 

Georg Fitzner. Die Kirchenbücher wurden 1946 von den Polen verbrannt. Ev. Kirche war in Patschkau.

Im Visitationsbericht von 1651 wird eine Schule erwähnt. 1925 besuchten 118 Kinder die dreiklassige Schule. Das zweistöckige Schule

wurde 1896 errichtet. Lehrer waren: 1925 Hauptlehrer Wilhelm Höffmann, Lehrer Beck; 1935 1. Lehrer Richard Deponte, Lehrer Josef

Vieweger; 1939 Lehrer Georg Bartsch und Lehrer Franz Pudollek.

Die Gemeindeflur ist 675 ha groß. Einwohner: 1895 - 717 (17 ev.), 101 Häuser mit 148 Haushalte; 1939 - 641 bei 161 Haushalte.

1937 gab es imDorf: 2 Bäcker, 1 Brunnenbauer, 1 Dentist, 2 Fleischer, 1 Frieseur, 3 Gasthöfe, 3 Gemischtwarenläden, 1 Korbmacher,

1 Maler, 1 Maschinenhandlung, 1 Mühle, 1 Sattler, 1 Schmiede, 3 Schneider, 4 Schuhmacher, 1 Stellmacher, 3 Tischler, 1 Spar- und

Darlehnskasse und 1 Elektrizitäts-Genossenschaft.

Heinersdorf gehörte zum Standesamt und Amtsbezirk Schwammelwitz, und hatte ein Nebenzollamt und war Polizeiamtsbezirk.

Im Ort gab es eine Station der Grauen Schwestern. Bürgermeister war 1935 und 1942 Bauer Paul König. 

Im Vertrag vom 03.12.1935 zwischen dem Deutschen Reich und der Tschechoslowakischen Republik wurde Heinersdorf im Rahmen

eines Gebietstausches ein jenseits der Grenze befindlicher Holzlagerplatz mit weiteren Grundstücken und Gebäuden zugeschlagen.

Dieser Gebietstausch diente dem seit 1897 betriebenen Dampfsägewerk, das nach der Modernisierung 1931 als "Erzbischöfliche

Holzindustrie Heinersdorf OS" bis 1945 Holz aus den südlichen, ehemals östereichischen Teil des früheren Bistumslandes verarbeitete

(ca. 60 Arbeitsplätze).