Alt Patschkau/Stary Paczków

Alt Patschkau liegt 23 km westlich der Kreisstadt Neisse, 237m über NN an der ehemaligen Reichsstraße 115/Fernverkehrsstraße 46.

Der Tarnaubach fließt durch das Dorf  und mündet gleich hinter dem Ort in die Glatzer Neisse.

Das Dorf Patschkau erhielt den Zusatz "Alt"("antiqui Paczchow, Urkunde vom 16.12.1261 von Bischof Thomas I.")  mit der

Gründung der Stadt Patschkau (1254), denn es musste neben dem Dorf Bogenau zur Stadtgründung einen Teil seiner Äcker bis zum Tarnaubach abtreten. 1902 wurden östlich des Dorfes Urnen und Urnenscherben aus der Bronzezeit gefunden, ein Zeugnis

für frühe Besiedlung.

1293 wird erstmals die kath. Kirche (Patrozinium Allerheiligen) erwähnt. 1261 erste Erwähnung eines Pfarrers, 1309 wird Pfarrer

Johannes zu Alt Patschkau in einer Urkunde des Herzogs Lestko von Ratibor genannt. Der östliche Teil der Kirche stammt aus dem

XV. Jh., die Erweiterung erfolgte 1890/91. Das Mittelteil des  spätgotischen  Klappaltars wurde nach dem Umbau im neuen Hauptalter

eingefügt und wird nach den vielen Heiligenfiguren im Volksmund "Mannla-Altar" genannt (stammt aus der Werkstatt Veit Stoß, 1494).

Nach den Hussitenüberfällen im XV. Jh. war die Pfarrstelle von 1450 bis 1918 verweist und wurde von St. Johannis-Pfarrkirche in

Patschkau mit einem Kaplan und einem Glöchner betreut. Am 1. Januar 1919 wurde die Pfarrei wieder selbständig: Pfarrer von 1919

bis 1932 Franz Metzner, 1932/34 übergangsweise emer. Pfarrer Otto Gutschwager aus Patschkau, ab 28.11.1934 Pfarrer Berthold Pohl

bis Herbst 1945, er  musste bis 18.01.1946 als "Küster" unter dem ersten polnischen Pfarrer tätig sein.

Bis 1860 gehörte Alt Wilmsdorf zur Pfarrei in Alt Patschkau und seit 1980 wieder als Filiale.

Die Allerheiligen-Kirche hatte ursprünglich 4 Glocken: die Sterbeglocke von 1793 musste im I. Weltkrieg, die Glocken von 1611 und

1616 mussten im II. Weltkrieg für die Waffenproduktion abgegeben werden, letztere beiden wurden gerettet und läuten nun in

Kirchen in Wilhemshaven. Die historische Glocke von 1575 hängt noch heute an ihrem ursprünglichen Ort.

1638 wird das Bestehen einer Küsterschule angegeben. 1651 wird im Visitationsbericht der Diözese ein Kirchenschreiber erwähnt,

der den Schulunterricht erteilte. 1935/39 waren als Lehrer tätig: Artur Wittek und Hermann Kotzur.

Letzter Bürgermeister in Alt Patschkau war Paul Schubert.

1939: Standesamt Patschkau, Amtsbezirk Gostitz, Polizeiposten Schwammelwitz, kath. Kirche "Allerheiligen"/"Wszystkich Świętych"

, ev. Kirche Patschkau, Haushalte 135, Einwohner 640 (2012 - 496).

 

Anfragen nach Kirchenbüchern vor 1946 richten Sie bitte an:

Parafia pw. Wszystkich Swietych w Starym Paczkowie,  Stary Paczkow 95,  PL 48-370 Paczkow, Tel.: 0048- 77 435 14 32

www.parafiastarypaczkow.ns48.pl

Alt-Patschkau ein Dorf in Oberschlesien
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Die Allerheiligen Pfarrkirche in Alt Patschkau, Kreis Neisse
Eine Dokumentation über die Pfarrkirche, das kirchliche Leben im Ort und über die Schule.
Pfarrkirche Allerheiligen in Alt-Patschk
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70. Jahrestag der Besiedlung der westlichen Territorien

Am 30. August 2015 wurde in Alt Patschkau der restaurierte historische Hochaltar im Beisein des Bischofs aus Oppeln, Andrzej Czaja, Pfarrer Joseph Zwarycz und geladenen Gästen aus Oppeln und Patschkau, eingeweiht. Anschließend wurde der 70. Jahrestag der Besiedlung der polnischen „Westterritorien“ gefeiert. Hierbei wurde ein Steinobelisk aufgestellt, der an die Besiedlung erinnern soll. An dem Obelisken ist eine Plakette mit einem Ausspruch von Papst Johannes Paul II. mit etwa folgenden Wortlaut angebracht: „Jede Rückkehr ins Polnische, ist wie eine Rückkehr zu den vertrauten reetgedeckten Haus der Familie, wo jedes einzelne Objekt viele Erinnerungen weckt, …“!
Bedrückend ist der Standort dieses Obelisken, er wurde neben der Friedenseiche von 1871 aufgestellt. Hier stand bis 1923 das „Hauke-Kreuz“ (siehe Bericht im Neisser Heimatblatt, Ausgabe Dezember 2015, Seite 7), welches zur Chorseite der Kirche umgesetzt wurde, um Platz für das Denkmal der Gefallenen von 1914-18 zu schaffen.
Das Gefallenendenkmal mußte 1945 von Männern aus dem Dorf auf Anordnung der „Neuen Machthabern“ zerschlagen werden und die Trümmer wurden unterhalb der Kirche in einem Röhrrichtteich neben dem Tarnaubach versenkt