Kamitz (1936 - 1945 Grenztal)/Kamienica

Kamitz grenz südwestlich an die Stadt Patschkau und liegt an der Strasse  nach Reichenstein. Der 4,5 km lange Ort ist das längste einzelne Reihendorf und der westlichste Ort im Landkreis Neisse. Durch den Ort fließt der Kamitzbach, der im Patschkauer Ortsteil Kattersdorf in die

Glatzer Neisse mündet. Südlich der Feldflur fließt der Erlenbach, dieser mündet am Ortsende in den Kamitzbach. Um 1300 wird der Ort im

Lib.fund. als "Kempnitz" erwähnt und besaß damals 60 große Huben, 1 Kirche 1 Schenke und 3 Mühlen mit 6 Rädern. Im 30jährigen Krieg wurde der Ort fast völlig zerstört. 1779 überfielen kroatische Truppen das Dorf und erpressten viel Geld.

Kamitz gehörte zum Amtsbezirk Gostitz und zum Standesamt und Polizeiamtsbereich Patschkau. Bürgermeister waren 1935 Gutsbesitzer

Karl Faulhaber; 1939 und 1942 Landwirt Ernst Kubon. Die Gemeindeflur ist 1304 ha groß. Das Rittergut mit 223 ha war imBesitz der

Stadtgemeinde Patschkau. Ein Freigut mit 64 ha gehörte Willibald May.

Einwohner waren: 1845 - 1549 (5 ev.), 285 Häuser; 1939 - 1184 mit 334 Haushalte; 2012 - 1250.
Im Dorf gab es 1937: 2 Bäcker, 1 Baugeschäft, 1 Elektroinstallateur, 2 Fahrradhandlungen, 2 Fleischer, 2 Gasthöfe, 7 Gemischt- warenläden, 2 Mühlen, 1 Poststelle, 2 Schmiede, 2 Schneider, 6 Schuhmacher, 3 Stellmacher, 3 Tischler, 1 Viehhandlung, 1 Elektrizitäts-Genossenschaft und 1 Spar- und Darlehnskasse. Zur Bahnstation nach Patschkau waren es 7 km.

Die kath. Kirche St. Georg wurde 1326 erstmals urkundlich erwähnt. Die ältesten Gebäudeteile der alten Kirche zeigten den sogenannten

Übergangsstil von 1200 bis 1250. Die jetzige Kirche wurde 1914 errichtet und das 100jährige Jubiläum wurde 2014 feierlich beg Fangen.

Bis 1851 war der Ort Filiale von Gostitz, dann wurde er selbständige Pfarrei. Eine Glocke soll aus dem 14. Jahrhundert stammen und

vor der Kirchhofmauer steht ein steinernes "Sühnekreuz". Die Kirche besaß eine spätmittelalterliche Schnitzfigur Maria mit Kind.

Pfarrer waren seit 1896 Johannes Schmidt, seit 1916 Karl Heimann und 1932 - 1945 Franz Bernert.

1666 wurde erstmals ein Kirchenschreiber genannt, der sicherlich auch Schule hielt. Das zweistöckige Schulhaus war 1845 gebaut worden. Das neue Schulhaus für vier Klassen mit einer Lehrküche und einem Lehrmittelzimmer wurde 1938 errichtet. 1925 besuchten

170 Kinder die vierklassige Schule. Unterricht gaben 1925 Hauptlehrer Wilhlem Törkott, Lehrerin Elisabeth Paduch, Lehrer Bertold Glodny

(auch 1939); 1935: Hauptlehrer Georg Perl, Lehrerin Hedwig Toelge (auch 1939), Lehrer Alfons Buchwald (auch 1939) und Lehrer Gerhard Altmann.